Nach einem Beschluss der Bundesregierung vom 22. Juni 2011 können ab sofort ausländische Ärzte und Ingenieure der Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Elektrotechnik, die aus Drittstaaten kommen, ohne die so genannte Vorrangprüfung zum deutschen Arbeitsmarkt zugelassen werden. Voraussetzung für eine Zulassung ist, dass die Arbeitsbedingungen, vor allem die Höhe des Gehaltes, denen vergleichbarer inländischer Arbeitnehmer entsprechen.
Bisher hat die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) eine Vorrangprüfung durchführen müssen, bevor ein ausländischer Akademiker und Nicht-EU-Bürger für eine Arbeitsstelle in Deutschland zugelassen werden konnte. Bei dieser Prüfung suchte die ZAV nach inländischen Arbeitskräften für die Stelle. Wurde niemand gefunden, konnte für den Akademiker aus dem Ausland die Zustimmung erteilt werden.
Gegenwärtig suchen deutsche Arbeitgeber verstärkt nach Ärzten und Ingenieuren der Fachrichtungen Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Elektrotechnik. Daher hat die Bundesregierung beschlossen, dass Menschen aus Drittstaaten mit diesen Abschlüssen ohne Vorrangprüfung eingestellt werden können – es wird nur noch überprüft, ob die im Arbeitsvertrag festgelegten Bedingungen die in Deutschland in diesem Bereich üblichen sind.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Beschluss durch ein beschleunigtes Zustimmungsverfahren umzusetzen. Die ZAV wird für diese Nicht-EU-Bürger innerhalb von 48 Stunden eine Entscheidung über die Zulassung zum Arbeitsmarkt treffen.
Mit der Zulassung von Nicht-EU-Bürgern aus den entsprechenden Berufsgruppen zum deutschen Arbeitsmarkt können offene Stellen in kürzester Zeit besetzt werden. Damit leistet die BA einen Beitrag zur Strategie gegen den drohenden Fachkräftemangel.
Weiterführende Informationen können dem Internet unter www.zav.de > Arbeitsmarktzulassungentnommen werden.
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2011/Presse-11-033.html
Kurzer Kommentar:
Anstatt die deutschen Arbeitslosen und Studenten zu fördern werden jetzt einfach die Schranken für ausländische Akademiker hoch genommen. Es muss nicht mehr geprüft werden ob ein geeigneter deutscher Arbeitnehmer zur Verfügung steht, eine kurze Überprüfung der “Üblichkeit” genügt. Nun, unter diesen Bedingungen werden natürlich weiter die teuer ausgebildeten Fachkräfte ins westliche Ausland abwandern und wir werden weiter östliche Fachkräfte importieren! Gerade Ärzte wandern massenhaft ins nahe Ausland aus, da ihnen hier die Arbeitsbedingungen zu miserabel sind und dafür auch noch zu schlecht bezahlt wird. Für die Politik scheint die Rechnung aufzugehen, irgendwie muss es sich ja lohnen gut Qualifizierte abwandern zu lassen.
Weitere Informationen zum Thema “Fachkräftesicherung” vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (PDF-Datei) http://www.bmas.de/portal/52120/property%3Dpdf/2011__06__22__fachkraefte.pdf